Unser etwas nachgezogener Sommerurlaub ging in diesem Jahr nach Madeira. Die kleine Inselgruppe 700 km vor der marokkanischen Küste gehört zu Portugal (Euroland, kein Geld umtauschen, sehr praktisch).
Das Wetter war sonniger und wärmer als erwartet. Schon nach wenigen Tagen wurden aus zwei winterlich bleichen Münchnern zwei gesund gebräunte Urlauber.
Gewohnt haben wir in einem kleinen Hotel mitten in der Innenstadt von Funchal, der Hauptstadt der kleinen Insel. Somit hatten wir nur ein paar Schritte zu gehen um einzukaufen, zum Hafen zu kommen oder um mit dem Bus zu Ausgangspunkten von Wanderungen abzufahren.
Wandern bietet sich auf Madeira geradezu an. Von der Küste ab geht es sehr schnell sehr steil bergauf und in wenigen Minuten gelangt man (mit dem Bus) in eine bergige Landschaft mit Wäldern, Schluchten und Felsen.
Viele Wanderungen gehen an alten Levadas (Bewässerungskanälen) entlang. Diese Wege sind jedoch oft ehemalige Wartungspfade und daher meist nur für schwindelfreie Gemüter zu empfehlen. Es gibt aber auch weniger gefährliche Levadas, an die wir uns bei unseren Touren gehalten haben.
Da sich in den Bergen die Wolken fangen, waren wir doch froh, auch immer eine Jacke im Gepäck mit zu haben. Richtig geregnet hat es jedoch nie – nur leicht getröpfelt.
Der gemeine Tourist lässt sich in dieser Jahreszeit übrigens sehr leicht vom einheimischen Inselbewohner unterscheiden. Ersterer trägt kurze Hosen und T-Shirts, letzterer sitzt mit Schal, Wollpulli und Mütze im Straßencafé und hält sich an seiner Tasse mit warmen Kaffee fest.
Das wir wirklich zur kalten Jahreszeit gekommen sind, hat uns auch noch mal ein Besatzungsmitglied bei unserer Bootstour bestätigt. Wir konnten das trotzdem nicht so recht glauben und genossen weiter die Sonne. Gesehen haben wir bei der Tour auch etwas: einmal eine Gruppe von Delphinen und ein anderes mal für einen kurzen Moment zwei kleine Wale.
Weitaus häufiger sieht man auf Madeira die endemische Madeira-Eidechse, die sich in sämtlichen Ecken der Insel breit gemacht hat und somit ein steter Begleiter ist. Setzt man sich ruhig vor eine sonnenbeschienene Mauer, kann man sehr leicht Fotos von den Echsen schießen.
Zu den kulinarischen Spezialitäten gehört der schwarze Degenfisch, der zwar nicht besonders freundlich dreinschaut, dafür aber zusammen mit einer gebratenen Banane sehr lecker schmeckt.
Während es auf Madeira – abgesehen von Haustieren und Menschen – keine großen Säugetiere gibt, ist die Flora um so vielfältiger. Je nach dem, ob man sich an der Küste oder in den Bergen befindet, sieht man viele verschiedene Blumen, Palmen, Bananen, Eukalyptuswälder und Unmengen von Esskastanien.
Insgesamt hat sich der Urlaub sehr gelohnt. Madeira lohnt auf jeden Fall und auch die Jahreszeit schien uns perfekt zu sein. Ich kann die Insel also nur weiterempfehlen und bestimmt werden wir irgendwann wieder dort hin fahren – es gibt noch nicht abgelaufene Touren in unserem Wanderführer.
An unserem letzten Abend hatten wir sogar noch das Glück, den Testlauf der Weihnachtsbeleuchtung zu sehen. Diese war in Funchal allgegenwärtig und wurde eigentlich erst am Tag unseres Abflugs offiziell eingeschaltet.
Schön war’s – und in München lag bei der Landung Schnee.
Viele Grüße
Fluffi

Beiträge Feed
(geschrieben am 23.11.2008 um 17:25 Uhr)
[...] ein blaues Meer, nette Einwohner, erschwingliche Preise und ein tolles Wetter. Fluffi hat bereits einiges berichtet, da bleibt mir nur noch hinzuzufügen, dass es sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein wird, [...]
(geschrieben am 23.11.2008 um 22:56 Uhr)
Sehr schöne Bilder! Sieht und klingt nach einem richtig erholsamen Urlaub fernab der vielen Touristen. Schon allein deshalb lohnt sich gerade bei einem Wanderurlaub die Nebensaison.
So geht’s seelisch gestärkt in den kalten Winter ….
(geschrieben am 24.11.2008 um 16:09 Uhr)
Ihr kommt ja auch ganz schön rum … schön dort! Habt ihr auch frische Anonen von den Bäumn gegessen?
(geschrieben am 24.11.2008 um 16:11 Uhr)
Danke für die Postkarte!
(geschrieben am 24.11.2008 um 20:29 Uhr)
@Ro: fernab von Touristen waren wir nicht, aber da die ganzen Omis und Opis (das Durchschnittsalter lag weit über unserem) nicht so gut wandern können, waren wir bei den Wanderungen immer ganz allein.
@Manu: Haben wir gesehen aber ich glaube nicht, dass wir sie gegessen haben – zumindest nicht wissend. Einmal was als Beilage zum Fisch etwas dabei, was ähnlich aussah… aber wer weiß das schon so genau
@Lena: Bitte
(geschrieben am 8.12.2008 um 12:13 Uhr)
Oh, ja schööön! Wir sind gestern auch gerade aus der Sonne wiedergekommen. Waren in Sydney und jetzt sind wir ziemlich muede! Liebe Gruesse aus Stockholm.
Tasja
(geschrieben am 9.12.2008 um 23:01 Uhr)
Sydney ist natürlich auch nicht schlecht… und wahrscheinlich um einiges wärmer
Gibt’s Fotos?
(geschrieben am 23.05.2009 um 00:52 Uhr)
[...] Fluffis Blog » Blog Archiv » Madeira – Sommerurlaub im November [...]
(geschrieben am 20.11.2009 um 12:44 Uhr)
Oh Mann! *neid* und ich sitze hiuer im grauen München und bin aus irgendwelchen Gründen über StumbleUpon bei euch gelandet. Da juckt es mioc ja direkt, zum Flughafen zu preschen und mich, nein, nicht nach Madeira, sondernzu meiner guten Freundin Carla nach Costa Rica abzusetzen…
(geschrieben am 24.03.2010 um 10:16 Uhr)
Oh wow, das sind echt schöne Fotos.
Ich steh zwar mehr auf Karibikurlaub, aber Madeira werde ich auf jeden Fall auch mal in meine Urlaubsziel-Liste aufnehmen